Für wen ist eine Rückführung nicht geeignet?

Eine Rückführung kann eine interessante und manchmal auch überraschende Erfahrung sein. Sie kann uns mit inneren Bildern, Gefühlen und Zusammenhängen in Berührung bringen, die uns vorher vielleicht gar nicht bewusst waren.

Das bedeutet aber nicht, dass eine Rückführung für jeden Menschen und in jeder Lebenssituation der richtige Weg ist.

Manchmal sind die Voraussetzungen einfach nicht gegeben. Manchmal ist der Zeitpunkt ungünstig. Und manchmal stehen uns unsere eigenen, oft unbewussten Überzeugungen im Weg.

Wenn wir an unseren Problemen festhalten

Das klingt zunächst etwas merkwürdig. Wer möchte schon freiwillig an seinen Ängsten, Schwierigkeiten oder belastenden Lebenssituationen festhalten?

Und doch kann genau das geschehen, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Bereits in unserer Kindheit entwickeln wir Vorstellungen darüber, wie das Leben funktioniert und wie wir uns verhalten müssen, um Anerkennung, Sicherheit oder Zuwendung zu bekommen. Manche dieser Vorstellungen begleiten uns ein Leben lang.

So kann beispielsweise jemand gelernt haben, dass er nur dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn es ihm schlecht geht. Ein anderer fühlt sich vielleicht nur dann sicher, wenn er möglichst wenig Verantwortung übernimmt. Und wieder ein anderer hält unbewusst an einer schwierigen Beziehung fest, weil die Angst vor dem Alleinsein noch größer ist.

Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Menschen ihre Probleme absichtlich verursachen. Vielmehr können sich im Laufe des Lebens innere Muster entwickeln, die einmal einen bestimmten Zweck erfüllt haben, uns heute aber eher im Weg stehen.

In einer Rückführung können solche Zusammenhänge manchmal deutlicher werden. Voraussetzung ist allerdings, dass wir auch bereit sind, uns mit ihnen auseinanderzusetzen.

Denn etwas zu erkennen ist das eine. Eine vertraute Überzeugung tatsächlich loszulassen, kann eine ganz andere Sache sein.

Wenn die innere Bereitschaft noch fehlt

Nicht jeder, der sich für eine Rückführung interessiert, möchte sich auch wirklich mit seinen inneren Themen beschäftigen.

Manche Menschen sind einfach neugierig. Sie haben etwas darüber gelesen oder von Freunden eine spannende Geschichte gehört und möchten nun wissen, ob sie selbst auch Bilder aus einem früheren Leben erleben können.

Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Eine Rückführung muss schließlich nicht immer mit einem bestimmten Problem verbunden sein.

Etwas anderes ist es jedoch, wenn jemand erwartet, dass eine Rückführung seine Schwierigkeiten möglichst schnell beseitigt, ohne dass er sich selbst näher damit beschäftigen muss.

So funktioniert meine Arbeit nicht.

Auch können während einer Rückführung Gefühle oder innere Bilder auftauchen, mit denen wir zunächst nichts anfangen können oder die wir lieber beiseiteschieben möchten.

Das ist kein Zeichen des Scheiterns. Es kann einfach bedeuten, dass wir uns mit einem bestimmten Thema im Augenblick noch nicht beschäftigen möchten.

Ich halte wenig davon, solche Grenzen mit aller Macht überwinden zu wollen. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo. Und manchmal ist es sinnvoller, etwas zunächst stehen zu lassen, als unbedingt eine Antwort finden zu wollen.

Wenn die psychische Stabilität nicht gegeben ist

Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ich von einer Rückführung ausdrücklich abrate.

Eine Rückführung kann intensive Gefühle hervorrufen. Das gilt besonders dann, wenn belastende Erinnerungen, Ängste oder andere schwierige innere Erfahrungen auftauchen.

Menschen, die sich gerade in einer schweren psychischen Krise befinden, unter akuten psychotischen Symptomen, ausgeprägten Verwirrungszuständen oder einer schweren Depression leiden, sollten deshalb keine Rückführung ohne vorherige fachliche Abklärung durchführen.

Auch bei anderen psychischen Erkrankungen oder starken seelischen Belastungen kann es notwendig sein, zunächst mit dem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten zu sprechen.

Dabei geht es nicht darum, Menschen aufgrund einer Diagnose grundsätzlich auszuschließen. Entscheidend ist vielmehr, ob eine solche Erfahrung in ihrer gegenwärtigen Situation hilfreich und verantwortbar ist.

Eine Rückführung ist keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung und kann eine solche auch nicht ersetzen.

Wenn die Erwartungen nicht zur Rückführung passen

Ein weiterer Punkt ist mir wichtig: Niemand muss während einer Rückführung unbedingt etwas Bestimmtes sehen oder erleben.

Manche Menschen nehmen sehr deutliche innere Bilder wahr, andere eher Gefühle, Gedanken oder einzelne Eindrücke. Wieder andere erleben zunächst kaum etwas.

Auch die Frage, ob solche Bilder tatsächlich mit einem früheren Leben zusammenhängen oder auf andere Weise aus unserem Inneren entstehen, muss nicht im Voraus beantwortet werden.

Problematisch wird es allerdings, wenn jemand mit der festen Erwartung kommt, unbedingt eine bestimmte Geschichte erleben oder eine ganz bestimmte Erklärung für seine Probleme erhalten zu müssen.

Eine Rückführung lässt sich nicht nach einem vorgegebenen Drehbuch gestalten.

Ich kann Sie durch den Ablauf begleiten, aber ich kann und möchte Ihnen nicht vorgeben, was Sie dabei erleben sollen.

Warum mir das persönliche Vorgespräch wichtig ist

Genau aus diesen Gründen steht bei mir vor jeder Rückführung zunächst ein persönliches Gespräch.

Dabei geht es nicht darum, Sie auszufragen oder Ihre Lebensgeschichte bis ins kleinste Detail kennenzulernen.

Ich möchte vielmehr verstehen, was Sie zu mir führt, welche Vorstellungen Sie mit einer Rückführung verbinden und ob diese Form meiner Arbeit überhaupt zu Ihrem Anliegen passt.

Manchmal stellt sich dabei heraus, dass ein persönliches Gespräch zunächst sinnvoller ist als eine Rückführung. Und manchmal kommen wir gemeinsam zu dem Ergebnis, dass eine andere Form der Unterstützung besser geeignet wäre.

Auch das gehört für mich zu einer verantwortungsvollen Begleitung.

Eine Rückführung ist schließlich kein Wettbewerb, bei dem es darum geht, möglichst tief in die Vergangenheit einzutauchen oder besonders außergewöhnliche Erlebnisse zu haben.

Viel wichtiger ist für mich, dass Sie sich mit dem, was geschieht, wohlfühlen und selbst entscheiden können, wie weit Sie gehen möchten.

Und wenn sich herausstellt, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür ist, dann ist auch das vollkommen in Ordnung.